Das Hüftgelenk ist das Gelenk, das am häufigsten endoprothetisch versorgt wird. Der Grund, warum die Hüfte als Erstes künstlich ersetzt werden konnte, liegt in ihrer relativ einfachen Anatomie im Vergleich zu anderen Gelenken. In Europa werden jährlich ca. 550 000 Hüftgelenksprothesen implantiert, in Deutschland sind es ca. 200 000. Die Operation ist zum Routineeingriff geworden und die erfolgreichste überhaupt. Bei der überwältigenden Mehrzahl der Patienten können durch ein künstliches Hüftgelenk Schmerzfreiheit und Mobilität wiederhergestellt werden.

Jahrzehntelange Erfahrung

Mittlerweile gibt es über 400 verschiedene Hüftgelenksmodelle – eine unglaubliche Zahl, die auf eine lange Tradition des Hüftgelenkersatzes zurückgeht. Diese begann bereits im vorigen Jahrhundert, in dem Prothesen aus Elfenbein hergestellt wurden – allerdings bewährten sie sich nicht. Auch die weiteren Materialerprobungen wie zum Beispiel mit Plexiglas in den 1920er und 1930er Jahren erweisen sich als nicht geeignet.

Totalendoprothese

In der Regel wird das Hüftgelenk vollständig ersetzt, das heißt Hüftkopf und -pfanne werden ausgetauscht. Die Hüftpfanne wird im Becken implantiert; sie kann ein- oder zweiteilig sein. Es wird zunächst eine Metallschale in das Becken eingebracht, in das eine zweite Schale aus Metall, Plastik oder Keramik eingebracht wird, die die Gleitoberfläche für den Hüftkopf darstellt. Dieser wird mit seinem Prothesenstiel nach Entfernung des ursprünglcienn Kopfs und eines Teils des Schenkelhalses in die Markhöhle des Oberschenkels eingesetzt – er kann ebenfalls aus Metall oder Keramik bestehen.

Teilendoprothese und Oberflächenersatz

Nur in Einzelfällen werden noch Teilendoprothesen eingesetzt, bei denen lediglich der Hüftkopf ersetzt wird. Das Problem besteht im hohen Abrieb in der Hüftpfanne. Mit der „Duokopfprothese“ konnte dieses Problem verringert werden. Diese Prothese besteht, wie der Name ausdrückt, aus zwei Kopfschalen. Diese bewegen sich gegeneinander, so dass die Reibung in der knöchernen Pfanne minimiert wird. Die Duokopfprothese verlangsamt somit den Abrieb der Hüftpfanne, verhindert ihn aber nicht ganz. Sie ist jedoch eine Alternative bei hochbetagten oder hinfälligen Patienten, vor allem mit Oberschenkelhalsbrüchen, bei denen die OP so wenig belastend wie möglich sein soll.

Implantationstechniken

Bei der Hüfte können verschiedene Operationsmethoden eingesetzt werden, also die zementierte, die zementfreie und die Hybridimplantationstechnik.
Die zementfreie Implantation ist sicherlich immer noch die Standardtechnik in der Hüftendoprothetik, da hier die längsten Erfahrungen bestehen. Doch die zementfreie Technik setzt sich immer mehr durch, die insbesondere bei jüngeren Menschen die Versorgung mit einem künstlichen Gelenk im Prinzip erst möglich gemacht hat. Die Wahl der Operationsmethode ist immer eine individuelle Entscheidung abhängig vom Alter.

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