Die Stoffwechselstörung Gicht gehört wie beispielsweise Diabetes oder Übergewicht zu den sogenannten Wohlstandskrankheiten. Sie tritt in Industrieländern deutlich häufiger auf als in Entwicklungsländern. Die Ursachen sind unter anderem im Lebensstil der Betroffenen zu finden.
Was ist Gicht?

Gicht ist eine rheumatische Krankheit, bei der die Harnsäurekonzentration im Blut erhöht ist. Die gebildeten Harnsäurekristalle lagern sich in Gelenken, Sehnen, Haut und Schleimbeuteln ab. Mögliche Folgen sind schmerzhafte Gelenkentzündungen bis hin zu irreparablen Schäden.

Häufig treten die heftigen Schmerzen erstmals im Gelenk der großen Zehe auf, meist nach übermäßigem Alkoholgenuss oder einem üppigen Festessen.
Männer, die das Alter von 40 Jahren überschritten haben, sind besonders gefährdet, an Gicht zu erkranken.
Die Neigung zu Gicht ist angeboren, der Lebensstil beeinflusst den Ausbruch der Krankheit.
Harnsäure entsteht, wenn der Körper Purine abbaut.
Ist die Nahrung purinreich oder scheiden die Nieren zu wenig Harnsäure aus, erhöht sich die Konzentration im Blut und die Wahrscheinlichkeit eines Gichtanfalls steigt.
Ernährung bei erhöhter Harnsäurekonzentration im Blut

Eine bewusste und purinarme Ernährung kann das Risiko senken, an Gicht zu erkranken oder den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen. Diese drei Richtlinien helfen Ihnen dabei:

1. Ernähren Sie sich purinarm

Es gibt sehr purinreiche Lebensmittel, die Sie reduzieren oder ganz vermeiden sollten.
Purinreiche Lebensmittel sind beispielsweise:
– Innereien
– Fettreiches Fleisch, fettreiche Wurst
– Fettigere Fischsorten wie Sardinen, Forelle, Lachs, Karpfen, Thunfisch
– Tierische Fette
– Remoulade, Mayonnaise
– Fettreiche Milchprodukte und Käsesorten
– Viele Hülsenfrüchte
– Spinat, Sellerie, Grünkohl
– Alkohol
– Zuckerreiche Getränke

Generell: 
Ersetzen Sie fettreiche Nahrungsmittel durch fettärmere Varianten und bereiten Sie Ihr Essen fettarm zu, beispielsweise durch kochen und dünsten statt braten und frittieren.
Bevorzugen Sie bei Getreideprodukten die Vollkornversion.

2. Erreichen Sie Normalgewicht

Leiden Sie an Übergewicht, sollten Sie dieses nach und nach reduzieren, bis Sie Ihr Normalgewicht erreichen. Dabei ist es wichtig, dass Sie Ihre Ernährung langsam umstellen. Crashdiäten wirken sich meist kontraproduktiv auf die Harnsäurekonzentration im Blut auf.

3. Halten Sie Maß

Vermeiden Sie größere Schlemm- und Alkoholorgien. Häufig tritt ein Gichtanfall auf, nachdem der Betroffene am Abend zuvor ausgiebig gefeiert hat.

Eine ausgewogene Ernährung wirkt unterstützend im Kampf gegen Gicht. Sie sollten sich dennoch mit Ihrem Arzt abstimmen, da nur dieser entscheiden kann, ob zusätzlich eine medikamentöse Behandlung notwendig ist.

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