Die Qualität der Milchzähne eines Kindes entscheidet sich schon während der Schwangerschaft. So empfehlen Experten zur Zahngesundheit werdenden Müttern, während der Schwangerschaft keinesfalls den Zahnarztbesuch zu meiden. Je schlechter nämlich der Zustand des Zahnfleisches und der Zähne der Mütter, desto größer das Kariesrisiko des ungeborenen Kindes. Ein hoher Gehalt an Bakterien oder viele Karies-Erreger im Mund können sich leicht vom Elternteil auf das Baby übertragen. Genauso gut wird aber auch eine gute Mund-Ökologie an das Kind weitergegeben.

Kariesrisiko größer als Strahlengefahr beim Zahnarztbesuch

Gerade während der Schwangerschaft verzichten Frauen häufig auf den regelmäßigen Besuch beim Zahnarzt. Grund dafür ist die Angst vor einer möglichen Schädigung des Kindes durch Röntgenaufnahmen, Narkose oder Fluorid. Diese Ängsten seien aber mittlerweile überholt, denn die Gefahr, Karies unbehandelt zu lassen, sei wesentlich größer als die gängigen Risiken einer Zahnbehandlung.
Studien belegen: Steigendes Kariesrisiko im Kleinkindalter

Einer Studie mit hessischen Kindergartenkindern zufolge seien 16 Prozent aller Dreijährigen und 25 Prozent aller Vierjährigen bereits von Karies betroffen. 15 Prozent der Dreijährigen und 13 Prozent der Vierjährigen hätten mittlerweile schon bis zu vier kariesbefallene Zähne. Und diese Bilanz gilt nicht nur für Hessen. Auch in den anderen Bundesländern sollen die Zahlen ähnlich ausfallen.
Karies als Zeichen für Vernachlässigung
An Karies erkrankte Milchzähne sind nicht nur ein Zeichen von mangelnder Hygiene, sondern auch generell für Vernachlässigung. Sie gefährden das allgemeine Wohlergehen des Kindes. Und auch die Sanierung gestaltet sich in diesem Alter als ausgesprochen schwierig und schädlich. In der weit überwiegenden Zahl der Fälle ist sie nämlich nur unter Narkose durchführbar. Doch wird Karies in den Milchzähnen nicht umgehend behandelt, so bleibt ein lebenslanges Kariesrisiko.
Bundesweites Konzeptes soll Kariesrisiko bei Kindern senken

Experten sehen eine niedrige Schulbildung und ein geringes finanzielles Einkommen der Eltern als zwei der größten Risikofaktoren bei Karies im Kleinkindalter. So besteht die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Bundeszahnärztekammer auf ein neues bundesweites Konzept, das das Risiko für karieserkrankte Zähne im Kindesalter reduzieren soll. So sollen Früherkennungsuntersuchungen beim Zahnarzt künftig im gelben Untersuchungsheft exakt festgehalten werden.

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