Ein erschreckender Verdacht: Alzheimer ist womöglich ansteckend. Britische Forscher des National Hospital for Neurology and Neurosurgery London vermuten, dass sich die Krankheit des Vergessens bei operativen Eingriffen und Bluttransfusionen auf den gesunden menschlichen Organismus übertragen könnte. Der alltägliche Umgang mit Demenz-Patienten sei aber weiterhin völlig unbedenklich.
Alzheimer unter besonderen Umständen übertragbar

Bei medizinischen Eingriffen wie Operationen im Gehirnbereich oder Blutübertragungen könnten Alzheimer verursachende Eiweiße auf den gesunden Patienten übertragen werden. Das behauptet zumindest eine aktuelle Studie eines britischen Forscherteams, das genau solche Eiweiße bei bereits verstorbenen Versuchspersonen nachweisen konnte.

Die Betroffenen waren zur Behandlung von Kleinwuchs mit verunreinigten Wachstumshormonen aus menschlichem Gewebe versorgt worden. Ob die früh verstorbenen Patienten aber tatsächlich jemals an Demenz erkrankt wären, konnte bislang nicht bewiesen werden. Weitere Symptome der Volkskrankheit wurden nämlich bei keinem Versuchsteilnehmer festgestellt.

Vermutet wird, dass ein Großteil der Hormon-Spender an Demenz litt. Und bei der Übertragung der Hormone gelangten bestimmte Eiweiße in die Blutlaufbahn des Patienten, die letztendlich die Alzheimer-typische Veränderung im Gehirn verursachten. Beim täglichen Umgang und der Pflege von Demenz-Erkrankten bestehe jedoch keine Gefahr der Ansteckung.

Keine eindeutigen Beweise für die Übertragbarkeit von Alzheimer

Die jüngsten Thesen der britischen Forscher beruhen aber lediglich auf Spekulationen. Handfeste Beweise, dass Demenz tatsächlich ansteckend ist, gibt es bislang keine. Das betonte auch der wissenschaftliche Vorstand des DZNE, Pierluigi Nicotera. Sämtliche Tierversuche hätten bisher keine Hinweise auf die Übertragbarkeit von Alzheimer geliefert. Trotzdem sollte weiterhin wissenschaftlich untersucht werden, ob Amyloid-ß-Eiweiße über chirurgische Instrumente oder Blutprodukte an den gesunden menschlichen Oragnismus übertragbar sind, gerade deshalb, da diese Art von Eiweißen besonders leicht an Metalloberflächen haften bleiben und sämtliche Sterilisationsprozesse ausgesprochen leicht überdauern können.

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