Wenn’s auf der rechten Seite sticht, dann schneller laufen, wenn’s links weh tut, dann etwas langsamer. Oder war es anders herum? Egal, denn geholfen hat diese Vorgehensweise noch keinem. Ein Gegenmittel für Seitenstechen ist noch genausowenig gefunden wie seine Ursache – aber es gibt neue Forschungsansätze.

Die üblichen Verdächtigen sind unschuldig.

Dass Seitenstechen ein Krampf im Zwerchfell wäre, ist ein Märchen. Denn es tritt auch in Sportarten auf, wo die Atmung nicht sonderlich angestrengt ist, beim Reiten oder Schwimmen zum Beispiel. Aber vor allem bleibt die Atmung trotz der Schmerzen gleich. Krämpfe würden die Bewegung des Zwerchfells verändern, und ein gleichmäßiges Luftholen unmöglich machen. Ans Weiterlaufen wäre damit nicht zu denken.

Die andere gängige Erklärung: Bei jeder Bewegung geht eine Erschütterung durch den Körper. Dabei stoßen Leber oder Magen (je nach Seite) gegen die Rippen und das Zwerchfell, und so entstehen angeblich die Schmerzen. Deshalb vermutete man sogar, Seitenstechen ließe sich durch eine bessere Körperhaltung verhindern. Es hat leider nicht funktioniert, denn auch diese Erklärung, so einleuchtend sie klingt, ist falsch. Handelte es sich um Erschütterungen, dann dürften z.B. Schwimmer kein Seitenstechen bekommen. Und die Schmerzen kämen bei jedem Stoß einzeln, und müssten sofort aufhören, wenn man stehen bleibt.

Eine neue Theorie

Dr. Darren Morton vom Avondale College forscht seit Jahrzehnten am Phänomen Seitenstechen. Er hat inzwischen eine eigene Erklärung gefunden: Seitenstechen als eine Irritation des Bauchfells. Denn dieses Häutchen, das die Bauchhöhle auskleidet, ist nicht nur äußerst dünn und geschmeidig, sondern auch empfindlich. Bei Druck und ruckelnden oder schüttelnden Bewegungen, so Dr. Morton, reiben die inneren Organe stärker als sonst gegeneinander. Das Bauchfell, das sie alle überzieht, reagiert mit Schmerzen. Deshalb tritt Seitenstechen häufiger auf, wenn man vor dem Sport zu viel gegessen hat.

Bei regelmäßiger Bewegung wird das Seitenstechen mit der Zeit immer weniger, bis es gar nicht mehr auftritt. Training ist und bleibt also die einzig bekannte Möglichkeit, es wirklich los zu werden.

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