Die Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR) veranstaltete vom 26. bis 28. September am Universitätsklinikum Ihre 50. Jahrestagung unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Joachim Mentzel und Dr. med. Martin Stenzel. Etwa 250 Experten der Fachbereiche Radiologie, Pädiatrie sowie Neuroradiologie, Nuklearmedizin und Kardiologie aus Deutschland sowie dem europäischen Ausland waren anwesend.
Die Evaluierung neuer bildgebender Methoden stand im Fokus der Jahrestagung.
Weitere Tagungsschwerpunkte waren:
– Pädiatrische Neuroradiologie (neue MR-Techniken, fetale MRT, Epilepsie)
– Pädiatrische Uroradiologie (funktionelle MR-Urographie, Kontrastmittelsonographie)
– Pädiatrische Skelettradiologie (Ganzkörper-MRT, Weichteiltumore

Die Kinderradiologie gilt heute als eigenständige fachärztliche Schwerpunktdisziplin, weil der Strahlenschutz zu den Prioritäten nicht nur am Institut für „Diagnostische und Interventionelle Radiologie I, Sektion Pädiatrische Radiologie“ gilt.
Das Statement von Prof. Dr. Michael Riccabona dazu bringt die Bemühungen und Zielsetzungen auf den Punkt.
„Jedes Kind hat das Anrecht auf kindgerechte Bildgebung“, so Prof. Dr. Michael Riccabona von der Universitätsklinik Graz, 1. Vorsitzender der GPR e. V., „überall in unseren Landen, 24 Stunden am Tag, das ganze Jahr über.“

MR/PET anstelle von PET/CT

Von Tübinger Radiologen wurden zu diesem „kleinen Meilenstein“ in München die Studienergebnisse vorgelegt. Die Ergebnisse des wesentlich strahlungsärmeren MR/PET-Verfahrens sind in Ihrer Qualität und Aussagekraft dem PET/CT gleichzusetzen. Zur reduzierten Strahlungsbelastung einer MR/PET Behandlung kommt, und das ist für die kleinen Patienten besonders wichtig, eine wesentlich bessere Verträglichkeit und eine Reduzierung der Nebenwirkungen und Spätfolgen.
Die MR/PET Diagnostik bietet aber noch einen weiteren großen Vorteil gegenüber der PET/CT gesteuerten Diagnostik.
PET ermöglicht die Darstellung des Glukosestoffwechsels und MRT bei Kindern die Diagnostik solider Tumoren aufgrund der hohen Orts- und Weichteilauflösung.

Die MR/PET Diagnostik soll sich bei Tumor erkrankten Kindern als Standard etablieren. 30 Kinder mit tumorösen Erkrankungen der Lymphorgane bzw. der Weichteilorgane (Sarkome) erhielten eine Ganzkörperuntersuchung mit PET/CT sowie mit MR/PET. Die PET-Bilder wurden zweifach verwendet. Hinsichtlich der Erkennungsrate sind die Ergebnisse gleichwertig. Hinsichtlich der Strahlenbelastung aber ist das sensitive und zugleich spezifische MR/PET Verfahren mit einer verringerten Strahlenbelastung von 75 % der eindeutige Favorit. Zusätzlich konnten mit dem MR/PET Zusatzbefunde, zum Beispiel zu Metastasen, erzielt werden.

Die PET/MR Diagnostik ist heute bereits weit verbreitet bei Prostatakarzinomen, HNO- und auch Hirntumoren. In der Kinderradiologie kann auf MR/PET bezogen bereits von einer standardisierten Methode gesprochen werden.

Weitere Vorteile der MR/PET Methode sind:

– ein Untersuchungsvorgang für zwei verschiedene Bildgebungen
– bessere Bildüberlagerung in atemverschieblichen Organen im Bauch- und Brustbereich
– anatomisch und differentialdiagnostisch bessere Zuordnung von Läsionen
– es ist nur noch eine Narkose erforderlich
– Perfusionsbildung, DWI und Spektroskopie als erweiterte MR-Techniken können zukünftig zum Erkennen physiologischer Abläufe im Gewebe eingebunden werden

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