Die Ebola-Epidemie in Westafrika hat bisher über 10.000 Tote gefordert. Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“  hat am Dienstag in Berlin auf ihrer Frühjahrskonferenz eine erste Bilanz ihres Ebola-Einsatz gezogen.

Was ist Ebola genau?

Ebola ist eine durch Viren übertragbare Fiebererkrankung, die in 25 bis 90 Prozent tödlich verlaufen kann. Symptome sind unter anderem Schwäche, Fieber, Muskelschmerzen, Kopf- und Halsschmerzen. Außerdem kann es zu Erbrechen, Durchfall und Hautausschlag kommen und im weiteren Verlauf zu einer Beeinträchtigung der Nieren- und Leberfunktion führen. im Der Krankheitsverlauf ist wellenartig. 1976 wurde die Krankheit erstmalig in der heutigen Demokratischen Republik Kongo entdeckt. Im März 2015 trat die bisher größte Ebola-Epidemie in Westafrika auf.

Kritische Worte zum Ebola-Einsatz

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, äußerte sich die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ auf ihrer diesjährigen Frühjahrskonferenz in Berlin erstmalig kritisch zu ihrem bisherigen Einsatz in den Ebola-Gebieten.

Nach einer Einschätzung des Präsidenten von Médicins Sans Frontières (MSF), hätten viele Menschenleben durch eine effektivere Hilfe und vor allem durch ein früheres Eingreifen gerettet werden können.

Fehlende Medikamente und Impfstoffe seien, so die Hilfsorganisation, schwerwiegende Probleme, die auf fehlender Forschung und Entwicklung zurückzuführen seien. Der Koordinator der MSF-Medikamentenkampagne Philipp Frisch kritisiert, dass die Versäumnisse der letzten Jahre nicht in dieser kurzen Zeit aufgeholt werden können. Außerdem stand nur eine begrenzte Anzahl von Mitarbeitern zur Verfügung, die sich mit dem Krankheitsbild auskannten. 4500 Mitarbeiter arbeiteten Zeitweise als medzinische Nothilfe in Sierra Leone, Guinea und Liberia. Diese Umstände führten zu einer sehr begrenzten Hilfestellung seitens der Organisation.

Doch sind Erkrankte unter einer optimalen medizinischen Versorgung immer zu heilen?Experten gehen zwar davon aus, dass die Sterberate bei einer medizinischen Versorgung in westlichen Fachkliniken niedriger wäre, jedoch können auch eine optimale medizinische Versorgen nicht eine 100 Prozentige Heilung garantieren. Der geschätzte Prozentsatz liegt lediglich bei 50 Prozent.

Welche Faktoren spielen bei der aktuell schwierigen Situation noch eine Rolle? Außerdem sei nach einer Einschätzung der „tagesschau“ der Virus nur schwer unter Kontrolle zu bekommen. Dies lasse sich nicht nur auf fehlende medizinische Ausrüstung zurückführen. Ein weiteres Problem sei die fehlende Zusammenarbeit der Bevölkerung mit den Hilfskräften. Viele Menschen haben Angst vor Krankenhäusern und meiden diese. Außerdem müsse ihnen oftmals zunächst erklärt werden, wie der Virus wirkt. Zudem trägt die schlechte Infrastruktur in Westafrika dazu bei, dass die Aufklärung lediglich langsam vonstatten gehen kann.

Gefordert wird vor allem, die Ebola-Forschung zu intensivieren. Dies soll mit Hilfe eines Fonds geschehen, der im Rahmen der G7-Präsidentschaft durch Deutschland umgesetzt werden soll.

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