Rückenschmerzen, die nur maximal sechs Wochen andauern, werden als akut bezeichnet. Beträgt die Schmerzdauer mehr als sechs und geht bis zu zwölf Wochen, ist vom subakuten Rückenschmerz die Rede. Akute Schmerzen sind immer ein Warnsignal dafür, dass eine körperliche Schädigung stattgefunden hat.

In 90 Prozent der Fälle sind aber akute Rückenschmerzen gut zu behandeln. Denn in neun von zehn Fällen gehen die Beschwerden nach den Behandlungen zurück oder es tritt sogar eine Besserung ein, ohne dass eine Therapie notwendig ist.

Chronischer Rückenschmerz: länger als zwölf Wochen

Problematischer wird es, wenn es zur Chronifizierung der Schmerzen kommt, also die Schmerzen über einen längeren Zeitraum andauern. Ab zwölf Wochen Schmerzdauer spricht man von chronischen Rückenschmerzen. Dabei müssen die Schmerzen nicht unbedingt zeitlich hintereinander auftreten. Auch Schmerzen, die episodisch und insgesamt an mehr als der Hälfte der Tage innerhalb eines Jahres vorkommen, gelten als chronisch.

Chronische Schmerzen können sich verselbstständigen. Also selbst wenn die ursächliche Schmerzursache ausgeschaltet ist, besteht der Schmerz weiter. „Denn die ständige Reizung der für die Schmerzweiterleitung zuständigen Nervenbahnen verändert die Schmerzwahrnehmung“, erklärt Dr. Walter Mildenberger, Hausarzt und Facharzt für Innere Medizin, in Falkensee bei Berlin.

Solche chronischen Rückenschmerzen können mit Schmerzmitteln allein in aller Regel nicht beseitigt werden. Hier sind interdisziplinäre und unterschiedliche Therapieansätze nötig, um der Mehrdimensionalität der Entstehung chronischer Rückenschmerzen gerecht zu werden.

Bei akuten Rückenschmerzen sind Schmerzmittel und Mittel zur Muskelentspannung meist das Mittel der Wahl. Sinn der Schmerztherapie ist nicht nur die bloße Schmerzunterdrückung, sondern es geht vor alle darum, dass durch die Schmerzunterdrückung Schon- und Fehlhaltungen vermieden werden, die den eingetretenen Schaden vergrößern. Denn (normale) Bewegung ist das Mittel zur Linderung der Beschwerden, nicht die Schonung.

Mehr als reine Schmerzbehandlung

Die Beseitigung der Schmerzen ist jedoch nur der erste Schritt bei einer umfassenden Strategie. Zudem kommt es darauf an, die Funktionsfähigkeit und Beweglichkeit wiederherzustellen. Hier kommen dann Bewegungsübungen zum Einsatz.

Rückenschmerzen sind jedoch oft auch „Kopfsache“, also stressbedingt. Deshalb kann neben Bewegungs- und Sporttherapien auch das Erlernen von Stressbewältigungs- und Entspannungstechniken sehr sinnvoll sein. Bei ganzheitlichen Therapieansätzen wie die beschriebenen sind die Erfolgsaussichten zur dauerhaften Bekämpfung von Rückenschmerzen gut.

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