Für Menschen mit Hörschädigungen ist das Leben oft sehr schwierig und anstrengend. Wer schlecht hört, wird schnell isoliert und ist auch im Straßenverkehr größeren Gefahren ausgesetzt. Ein Tinnitus führt oft zu Schlafstörungen und schließlich zu Depressionen. Zum Glück gibt es einige technische Neuentwicklungen, die das Leben der Betroffenen verbessern können.

Nützliche Kleinigkeiten

Ein Rüttelkissen, das unter das Kopfkissen gelegt wird, setzt die Funksignale eines Lichtfunkweckers in Vibrationen um. So wird man geweckt, selbst wenn man den Wecker nicht hört. Hergestellt werden dieses Kissen und die zugehörigen Wecker z. B. von der Firma hgt. Wer im Kino Probleme hat, die Dialoge zu verstehen, kann sich die App »Starks« auf sein Smartphone laden. Vor dem Kinobesuch lädt man sich die Daten des Films herunter. Während des Films werden synchron die Dialoge in verschiedenen Farben für die unterschiedlichen Figuren auf dem Smartphone-Display angezeigt. Diese App gibt es für Android über Google play und für iOS über iTunes.

Der mobile Gebärden- oder Schriftdolmetscher

Das System »verbavoice« setzt gesprochene Sprache in Gebärdensprache oder Text um. Hierzu wird das Mikrofon des Sprechenden über das Internet mit verbavoice verbunden. Dort wird die Sprache entweder von einem Gebärdendolmetscher synchron übersetzt oder als Text bereitgestellt. Diese wahlweise Übersetzung wird auf einem iPhone oder iPad dargestellt. Dieses System eignet sich für Schulen, Universitäten oder Stadtführungen. Es ist z. B. in Ingolstadt für Stadtführungen im Einsatz.

Sprache auch in schwierigen Situationen wieder verstehen

Die Firma Rehacomtech bietet ein drahtloses Funk-Kommunikationssystem an, mit dessen Hilfe Hörgeschädigte bei Fernsehen, in Gesprächen oder Diskussionsrunden wieder problemlos dem Geschehen folgen können. Auch Telefonieren über das Festnetz und mit Hilfe von Bluetooth mit einem Handy werden so wieder möglich. Das System besteht aus einem Handsender, einem Empfänger mit integrierter Halsringschleife und einer Ladestation.

Wieder gut hören mit einer App

Das Berliner Start-up-Unternehmen Mimi hat eine App entwickelt, die sowohl einen Hörtest bietet als auch Umgebungsgeräusche und Musik aufwertet. So können beispielsweise Menschen mit einem altersbedingten Hörverlust hohe Töne mit Hilfe dieser App wieder wahrnehmen. Die Technologie bedient sich Algorithmen, Nick Clark, die einer der Gründer, als Senior Research Officer an der University of Essex entwickelt hat.

Hilfe für Tinnitus-Geschädigte

Von Tinnitus betroffene Menschen hören oft Knack-, Brumm- oder Pfeiftöne zusätzlich zu den Umweltgeräuschen. Dies ist sehr belastend und führt oft zu Schlafstörungen und Depressionen. Es gibt zahlreiche verschiedene Behandlungsmethoden, die aber alle langwierig sind und keinen Erfolg garantieren können. Tinniwell ist ein Wellnessgerät, das die durch den Tinnitus hervorgerufenen Geräusche neutralisieren kann. So können die Betroffenen sich endlich wieder entspannen. Tinniwell ist ein Gerät für den Hausgebrauch, für dessen Betrieb kein Arzt erforderlich ist. Mit Hilfe der mitgelieferten ANC-Kopfhörer wird die Frequenz der Störgeräusche festgestellt. Anschließend wird durch das Gerät Musik abgespielt, bei der genau diese Frequenzen herausgefiltert sind. Diese Musik wird über die, ebenfalls mitgelieferten, In-Ear-Kopfhörer aus wärmeleitendem Material abgespielt. So kann einerseits störungsfreie Musik gehört werden und andererseits eine Wärmebehandlung durch Kontaktwärme stattfinden. Beides führt zu deutlicher Entspannung der Tinnitus-Betroffenen. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie hier.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT